Wir sehen die Nahrung der bei uns lebenden Katzen nicht als Futter an. Wir haben ja auch kein Menschenfressen, obwohl man in diesem Zusammenhang wesentlich häufiger von fressen und Futter sprechen müsste. Die Bezeichnungen Futter, füttern, fressen und co haben eines gemeinsam. Sie verdeutlichen die Herabsetzung des Lebewesen, was gerade isst. Wie oft bekommen Kinder geschimpft, wenn sie tatsächlich fressen. Aber hat schon mal jemand eine Katze so fressen sehen?
Katzen fressen nicht. Wer einmal den Unterschied zwischen der Nahrungsaufnahme von Katzen und der von Menschen (z. B. in einem Fastfoodrestaurant oder auf einem Kindergeburtstag) beobachten konnte, wird schnell begreifen, dass bei Menschen weit eher von fressen die Rede sein müsste als bei Katzen. Aber warum gebrauchen wir trotzdem das Axiom Fressen? Es ist ganz einfach. Wir benötigen es, um uns, als vermeintlich überragende Wesen, als Maß aller Dinge zu behaupten. “Tiere fressen, Menschen essen”. Das die Realität häufig völlig anders aussieht, scheint niemanden zu stören.
Wenn wir füttern, geben wir einem völlig von uns abhängigem Wesen Nahrung. Daher spricht man auch im Zusammenhang mit Babys völlig zu Recht von füttern. Erwachsene nicht menschliche Tiere hingegen sind - wenn wir sie nicht einsperren - sehr wohl in der Lage selbst für ihr Essen zu sorgen. Teilen wir unsere Nahrung mit einem selbstständigen Lebewesen, kann jedoch nicht von Füttern die Rede sein. Würden wir auch den Schulfreund unseres Kindes füttern, wenn er zu Besuch kommt?
Weil viele Menschen immer noch der Meinung sind, Tiere seien Besitz - und als solcher völlig Abhängig von ihren Besitzern - wird weiterhin an dem Fütterungsbegriff fest gehalten. Wir sehen jegliche Spezies die bei uns ein Zuhause gefunden haben jedoch als Familienmitglieder oder zumindest als Gäste an. Diese werden jedoch nicht gefüttert. Wir geben ihnen Nahrung, teilen unser Essen.
Der herkömmliche Dosenfraß (in Diesem Zusammenhang ist das Wort Futter tatsächlich als Minderwertigkeitsmerkmal berechtigt) sind häufig vielerlei minderwertige Abfallprodukte. Siehe auch: Inhalt von Katzenfutter und Katzenfuttermarken
Katzenfutter in diesem Sinne dient der Ernährung von Besitztümern (Katzen). Es handelt sich um Abfallprodukte der Fleischindustrie und sonstige meist minderwertige Inhaltsstoffe. Daher ist im Falle von Speziesisten der Gebrauch des Wortes “Futter” völlig gerechtfertigt, jedoch in keiner Weise so, wie sie es sich zurecht definieren.
Ähnlich wie sich Rassismus über abwertenden Sprachgebrauch über Generationen festsetzt, so ist dies auch im Rahmen des Speziesismus der Fall. Damit ein Lebewesen leichter zu gebrauchen ist, wird es in seinem Wesen beschränkt und erhält häufig sowohl selbst (”Das Material” oder “das Untersuchungsobjekt”) wie auch seine Aktivitäten herabsetzende Bezeichnungen. Warum aber haben Menschen so etwas überhaupt nötig? Natürlich erfolgen diskriminierende Bezeichnungen normal geprägter Mitmenschen in der Regel völlig unbewusst und unreflektiert, doch häufig gerade unter Nutznießern wird dies mit Bedacht und ganz gezielt eingesetzt.
Wir sollten natürlich aus der Formulierung keine Religion gestalten, doch finden wir es auch wichtig, sich um einen antispeziesistischen Sprachgebrauch zu bemühen. Hochwertige vegane (rein vegetarische) Katzennahrung ist einfach kein Futter.
Informationen über Katzennahrung, das Essen der Katze, fälschlich bezeichnetes Katzenfutter findest du hier: Ernährung.
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